46. Württembergischen Meisterschaften in Biberach

Bericht der DLRG Bietigheim-Bissingen zu den Württembergischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen am 11. und 12. Mai 2019 in Biberach

Über 1000 Rettungssportler nahmen am vergangenen Wochenende bei den 46. Württembergischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen teil. Austragungsort war das Frei- und Hallensportbad in Biberach.
Dabei präsentierte sich die DLRG Bietigheim-Bissingen in ausgezeichneter Verfassung.
Bereits am Samstag bei den Mannschaftsmeisterschaften gewannen die Damen, die AK13/14 weiblich und das Team der AK15/16 männlich holten sich den Württembergischen Meistertitel. Dazu kam der Titel beim erstmals durchgeführten Line Throw Wettbewerb, für den sich das Team Benjamin Geyer/ Robin Wallmersperger verantwortlich zeichneten.
Am Sonntag kamen bei den Einzelmeisterschaften durch Sia Speer (AK13/14 weiblich), Lilian Velija und Thilo Hanso (beide AK 15/16) und Seriensiegerin Alexandra Stenzel (Damen) vier weitere Goldmedaillen dazu.
Damit stellte die DLRG Bietigheim-Bissingen das erfolgreichste Team in Biberach.

Mannschaftsblock

Im ersten Mannschaftsblock am Samstag war die DLRG Bi-Bi mit zwei Mannschaften vertreten. Dabei rutschte das Team in der AK10 männlich nach Strafpunkten aus den Medaillenrängen. Mit einer ansprechenden Leistung schaffte man noch einen guten sechsten Platz. In der Altersklasse 12 erreichten die Bietigheimer Mädchen Rang dreizehn.

Im zweiten Block waren die Altersklassen 13/14 und 15/16 im Wasser. Celine Wolf, Eileen Berner, Sia Speer, Anna Nachtigal und Emelie Leicht gewannen vor Göppingen und Reichenbach den Titel. Dabei legten die Mädchen bereits in der 4x50 Meter Rettungsstaffel den Grundstein zum Erfolg. Mit riesigem Vorsprung vor den Konkurrentinnen wurde die Staffel in 2.36,58 min. gewonnen.
Thilo Hanso, Lilian Velija, Felix Brenner und Marvin Langjahr deklassierten in der AK 15/16 männlich das gesamte Teilnehmerfeld deutlich. Alle vier Staffeln wurden mehr als deutlich gewonnen. In der 4x50 Meter Hindernisstaffel blieb man mit 1.56,84 min. deutlich unter zwei Minuten.
Das zweite Team kassierte leider durch einen Wechselfehler Strafpunkte und rutschte vom hervorragenden fünften auf den zwölften Rang zurück. Lea Maier, Lilli Gröger, Salome Schott und Ida Thiele erkämpften sich in der gleichen Altersklasse bei den Mädchen die Bronzemedaille. Reichenbach holte sich hier den Titel.

Ähnlich erfolgreich gestaltete sich der dritte Block für die DLRG Bietigheim-Bissingen. Die Damenmannschaft konnte in der Aufstellung Alexandra Stenzel, Hiemkea Platia, Steffi Adam, Amy Speer und Isabelle Wörz den Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Alle vier Wettbewerbe wurden gewonnen und dies mit starken Zeiten. Reichenbach erschwamm sich wieder den Vizetitel.
Die zweite Damenmannschaft überraschte positiv. Mit einer feinen Teamleistung gewannen Eva Mayer-Amhof, Marie Kimmann, Maren Betz und Sophia Essig die Bronzemedaille.
Wie ein Krimi gestaltete sich das Titelrennen bei den Herren. Zu den Hauptakteuren gehörten Benny Geyer, Robin Wallmersperger, Thomas Rothacker, Florian Heger und Max Baude die in einem tollen Wasserspektakel Württembergischer Vizemeister wurden. Bermatingen-Markdorf und Dettingen gewannen zeitgleich vor Bi-Bi die Rettungstaffel. Die Bietigheimer konterten in der 4x25 Meter Puppenstaffel und eroberten die zwischenzeitliche Führung. Die Vorentscheidung brachte die Gurtretterstaffel. Dettingen kam drei Sekunden vor Bi-Bi zum Anschlag. Die Bietigheimer Herren gewannen die abschließende Hindernisstaffel. Für den Titel reichte es nicht ganz. Die Chancen sich für die Deutschen Meisterschaften in Hannover zu qualifizieren stehen nicht Schlecht. Das zweite Herrenteam um Routinier Stephan Geyer schwamm auf den siebten Rang.
Wermutstropfen gab es in der AK 17/18 männlich. Yannick Wolf, Denis Huseinbasic, Jan Berner und Robin Laiss verloren den bereits sicher geglaubten Titel. Ein angeblicher Frühstart führte zu Strafpunkten. Da im Rettungsschwimmsport der Videobewies im Regelwerk nicht anerkannt wird musste das Team die bittere Pille auf sportlich faire Art schlucken.

Line-Throw

Der Line-Throw Wettbewerb bildete am erst den Tag den Abschluss. Bei den Herren holten sich Benny Geyer/Robin Wallmersperger mit neuem Württembergischen Rekord den Titel. Amy Speer/Isabelle Wörz gewannen bei den Damen die Silbermedaille.

Kurze Beschreibung der Disziplin Line Throw
Die Disziplin Line Throw ist im internationalen Regelwerk verankert und dort Bestandteil der Pool-Wettkämpfe.
Ein Rettungssportler steht am Beckenrand und rettet einen Verunglückten, welcher sich 12,5 Meter vom Beckenrand entfernt befindet, mit Hilfe einer Leine innerhalb einer Zeitvorgabe von 45 Sekunden.
Der Retter steht am Beckenrand und hält ein Ende der Leine in einer Hand. Die Leine wird über die gesamte Strecke und über die Querstange gelegt. Dabei muss der Verunglückte die Leine und die Querstange mit mindestens einer Hand berühren.
Nach dem Startsignal holt der Retter die Leine zu sich heran und wirft sie dem Verunglückten wieder zu. Dieser muss die Leine ergreifen und wird vom Retter zurück an den Beckenrand gezogen. Schafft es der Verunglückte nicht, die Leine zu ergreifen, wird diese erneut vom Retter eingeholt und geworfen. Dieser Vorgang kann beliebig oft innerhalb der 45 Sekunden wiederholt werden.

Einzelmeisterschaften

Die Einzelmeisterschaften am zweiten Wettkampftag wurden in zwei Blöcken geschwommen.
Im ersten Abschnitt setzten vor allem die Rettungssportler aus Bietigheim-Bissingen die Akzente. Thilo Hanso holte sich in der AK 15/16 männlich mit einem bärenstarken Auftritt den Meistertitel. Dabei blieb er beim 100 Meter Hindernisschwimmen in 0:58,57min. und beim 100 Meter Retten mit Flossen in 0.55,57min. beides Mal als einziger Akteur in seiner AK unter der ein Minuten Grenze.
Lilian Velija hatte mit Neele Rapp und Cilia Gottesbüren zwei gleichstarke Mitstreiterinnen um den Titel. Nach einem sensationellen Dreikampf hatte Lilian Velija knapp die Nase vorne. Die drei Ausnahmeathletinnen lagen nur 28 Punkte auseinander. Mitentscheidend für den Titelgewinn waren die 1:03,27 min. beim 100 Meter Retten mit Flossen.

Sia Speer (Gold) und Celine Wolf (Silber) sorgten mit einem Doppelerfolg bei den Mädchen in der AK 13/14 weiblich für den nächsten Paukenschlag. Während Celine Wolf beim 50 Meter Retten einer Puppe in 0:44,10 min. einen Glanzpunkte setzte, hatte Sia Speer beim 100 Meter Hindernisschwimmen und beim 50 Meter Retten mit Flossen ihre Höhepunkte und ergatterte sich so den Sieg.
Pech hatte Ida Meng in der AK 10 weiblich. Durch einen Frühstart fiel sie aus den Medaillenrängen raus. Weitere gute Platzierungen rundeten das gute Ergebnis im ersten Block für die Bi-Bis ab.

Im zweiten Schwimmblock begann Alexandra Stenzel mit starken Zeiten den Wettbewerb. Mit 0:39,21 min. blieb als Einzige unter vierzig Sekunden. Da Sie beim 100 Meter Lifesaver patzte brauchte sie beim 200 Meter Lifesaver eine Topleistung, um sich gegen die starke Jessica Grau aus Fellbach zu behaupten. Stenzel zeigte unglaubliche Nervenstärke und holte sich in 2:42,71min. den ersten Platz beim Lifesaver und den Sieg in der Gesamtwertung.
Isabelle Wörz erreichte den vierten Rang bei den Damen. Das gleiche Ergebnis gelang Yannick Wolf in der AK 17/18. Denis Huseinbasic und Jan Berner kamen auf die Ränge sechs und sieben.

Ihre dritte Medaille  gewann Amy Speer mit Silber in der AK 17/18 der Damen. Teamkollegin Sophia Essig landete auf Platz sieben.
Vier Rettungssportler der OG Bi-Bi kamen bei den Herren unter Die Top Sechs. Robin Wallmersperger gewann dabei die Silbermedaille. Geyer, Heger und Baude belegten die Plätze vier bis sechs. Robin Wallmesrperger schrammte beim 200 Meter Lifesaver in 2:22,44 min. knapp an seinem persönlichen Rekord vorbei. Debütant Tom Jäger lag am Ende auf Rang 13.

Dies war für die DLRG Bietigheim-Bissingen innerhalb kurzer Zeit, nach den Deutschen Seniorenmeisterschaften die zweite Meisterschaft mit einem herausragenden Abschneiden. Bereits am Samstag sind die Bi-Bis mit fünf Teams beim hervorragend organisierten Freibadwettkampf in Bönnigheim am Start.

Text: Bernd Hafner
Foto: Mogens Meißner, Maximilian Baude, Anke Speer und Lars Gerschau